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Reiseveranstalter muss für Diebstahl des Zimmersafes nicht haften

Entwendet ein Dieb ein Safe aus dem Hotelzimmer, kann der Reiseveranstalter hierfür nicht haftbar gemacht werden. Denn dieser schuldet regelmäßig keine konkrete Art der Befestigung des Safes, weshalb eine Safebefestigung anhand von Schrauben an der Rückwand des Schrankes in der Regel nicht als Reisemangel betrachtet werden kann. So lautet das Urteil des Kölner Amtsgerichts vom 27.06.2016 (Az.: 142 C 63/16).

Sachverhalt

In dem hier zugrunde liegenden Fall hatte eine Frau für sich und ihren Ehepartner einen Urlaub im ägyptischen Hurghada für September 2015 gebucht. Im Laufe des Urlaubs wurde der vollständige Safe aus einem Schrank der Hotelsuite entwendet. Der Zimmersafe war mittels zweier Schrauben an der Rückwand des Schrankes befestigt. Neben den Reisepässen befanden sich in dem Safe auch diverse Wertgegenstände. Der Schaden durch den Diebstahl belief sich insgesamt auf knapp 3.000 Euro. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland forderte die Frau von der Reiseveranstalterin Schadenersatz. Dieser warf die Kundin eine ungenügende Befestigung des Zimmersafes vor. Die Reiseunternehmerin hätte ihrer Ansicht nach zumindest über die Art der Befestigung informieren müssen. Weil die Reiseveranstalterin eine Zahlung verweigerte, erhob die Frau Klage vor dem Kölner Amtsgericht.

Anspruch auf Schadenersatz besteht nicht

Das Amtsgericht urteilte zugunsten des Unternehmens. Dieses könne nicht auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden. Weder habe die Befestigung des Safes einen Reisemangel dargestellt, noch habe das Unternehmen die Frau über die Befestigungsart in Kenntnis setzen müssen. Die Art der Befestigung habe nach Ansicht des Gerichts keinen Mangel dargestellt, da die Beklagte keine bestimmte Befestigungsvariante geschuldet habe. Entsprechend dem Reisevertrag habe die Unternehmerin lediglich einen Tresor zur Verfügung stellen müssen. Weil der Zimmersafe nicht genauer beschrieben wurde, habe die Beklagte eine Leistung mittlerer Art und Güte entsprechend einer objektiven Anschauung eines Durchschnittsreisenden geschuldet. Allenfalls dürften Urlauber bei einem Hotelsafe einen Möbeltresor erwarten, welcher auf oder in einem Möbelstück gestellt werde und zur Aufbewahrung von Wertsachen geeignet sei. Ein konkretes Sicherungsniveau des Safes lasse sich in einer derartigen Angabe genauso wenig entnehmen wie eine Befestigungsvariante. Ein Hotelgast könne vor allem nicht davon ausgehen, dass ein derartiger Safe so konstruiert beziehungsweise an- oder aufgebaut sei, dass dieser auch unter dem Einsatz von Werkzeugen oder Gewaltanwendung nicht entfernt werden könne.

Reiseveranstalter hat keine Informationspflicht

Die Beklagte hafte nach Auffassung des Gerichts selbst dann nicht, wenn die Art der Safebefestigung einen Reisemangel dargestellt hätte. Denn der Verlust der Wertsachen sei nicht der Reiseveranstalterin, sondern dem Dieb zuzurechnen. Der vorsätzliche Diebstahl sei das schadenstiftende Ereignis gewesen, nicht die Befestigungsart. Hierfür hafte ein Reiseunternehmen regelmäßig nicht. Ein Reisemangel könne auch nicht aus einer fehlenden Information der Beklagten hinsichtlich der Art der Tresorbefestigung abgeleitet werden. Eine Informationspflicht habe nach Ansicht des Gerichts nämlich nicht bestanden. Ein Reiseveranstalter müsse auch nicht über ein generelles Diebstahlrisiko aufklären. Diebstähle fallen schließlich unter das bekannte und allgemeine Lebensrisiko. Dies gelte auch für das Risiko von Hoteldiebstählen.

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