­

Reiseveranstalter ist für Ausfall der Beleuchtung nicht schadenersatzpflichtig

Erleidet ein Pauschaltourist zu später Stunde auf einer vermeintlich unbeleuchteten Treppenanlage im Außenbereich des Hotels einen Schaden, so kann er seinen Reiseveranstalter in der Regel nicht verantwortlich machen. Dies hat das Dresdner Oberlandesgericht im Rahmen eines Hinweisbeschlusses vom 02.11.2018 (Az.: 5 U 1285/18) entschieden.

Sachverhalt

In dem hier zugrunde liegenden Fall hatte ein Mann für sich, seine Ehegattin sowie seine Mutter eine Pauschalreise ins Ausland gebucht. Im Hotel angekommen erhielt er eine Skizze der Hotelanlage. Hierin waren vor allem die gebuchte Wohnung sowie die Aus- und Eingänge der Ferienanlage skizziert. Hiernach verfügte die Anlage über zwei Zugänge. Der kürzere Weg wies einen geringen Höhenunterschied auf und führte durch eine nahe des Swimmingpools gelegene Außentür zur Wohnanlage. Dieser Weg ging an einer Gartentür zu Ende. Dahinter befand sich eine Straße mit einer gegenüberliegenden Tankstelle. Der zweite Weg führte aufsteigend vom Strand über eine Treppeanlage zum Haupteingang des Hotels. Direkt hinter der Gartentür befand sich, von der Straße aus gesehen, eine vierstufige Treppe, welche zur Wohnanlage führte, sowie links daneben eine Rampe. Nachdem zehn Tage in der Ferienanlage vergangen waren, erlitt der Mann an dieser Treppe einen Unfall. Mitten in der Nacht entschied er sich auf dem Rückweg von einem Lokal in Begleitung seiner Mitreisenden dazu, den hinteren Eingang zu der Ferienanlage zu nutzen. Nachdem er die Gartentür für die beiden Frauen öffnen wollte, übersah er die Treppenstufen und stürzte hinunter. Dabei trug er erhebliche Verletzungen davon. Für diesen unerfreulichen Zwischenfall machte er seinen Reiseveranstalter verantwortlich. Denn der genutzte Bereich sei zum Unfallzeitpunkt nicht hinreichend beleuchtet gewesen. Und auch die Beleuchtung der Tankstelle sowie die Straßenlaterne seien nicht eingeschaltet gewesen. Ferner sei ihnen die Gartentür bei Ankunft im Hotel empfohlen worden. Ein entsprechender Hinweis war in der Dunkelheit ebenfalls nicht anzutreffen. Er klagte deshalb vor dem Leipziger Landgericht gegen den Reiseveranstalter auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Landgericht lehnt Klage mit Verweis auf topographische Verhältnisse ab

Das Landgericht urteilte am 20.07.2018 (Az.: 5 O 3131/17) zu Gunsten des Reiseanbieters. Als Begründung gaben die Richter an, dass die Pauschalreisenden nicht davon ausgehen können, dass sich der Weg auf derselben Ebene fortsetze. Schließlich seien ihnen die topographischen Verhältnisse vor Ort bekannt gewesen, wonach der Hauptzugang der Ferienanlage lediglich über eine aufwendige Treppe zu erreichen war. Dem Mann hätte ferner auffallen müssen, dass der Weg abschüssig war und sich der Gartentür nicht eben annäherte. Ferner habe für den Bereich der Tür keine Versicherungspflicht des Hotels beziehungsweise des Reiseveranstalters bestanden. Schließlich habe sich dieser außerhalb des Hotelbereichs befunden. Gemäß der ausgehändigten Skizze wurde ferner jegliche Gewährleistung für die Sicherheit der Einrichtungen ausgeschlossen.

Ausreichende Lichtverhältnisse

Auf eine unzureichende Beleuchtung könne sich der Verunfallte ebenfalls nicht berufen. Schließlich seien die Lichtverhältnisse vor der Tür mit denen dahinter zu vergleichen. Ferner spreche der Umstand, dass der Kläger den Weg bis zur Gartentüre finden konnte, gegen eine schlechte Beleuchtung. Bei schlechten Lichtverhältnissen habe sich ein Hotelgast zudem besonders vorsichtig zu verhalten, was offenkundig nicht geschehen war. Der Beschluss ist inzwischen rechtskräftig.

­