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Kein Anspruch auf Business Class bei Flugannullierung

Wer im Rahmen seines Fluges komfortable Sitzplätze wünscht, kann Tickets in der Business Class buchen. Wird allerdings vorab ein Platz in der Economy Class reserviert und wird später seitens der Airline der Flug annulliert, so hat der Fluggast bei Buchung einer Ersatzmaschine keinen Anspruch auf einen Platz in der Business Class. Bucht der Passagier die höhere Klasse dennoch, kann er gegenüber dem Luftfahrtunternehmen keine Erstattung der Kosten verlangen. So lautet das Urteil des Landgerichts Landshut vom 08.02.2018 (Az.: 14 S 3021/17).

Sachverhalt

In dem hier verhandelten Fall wurden zwei Passagiere auf dem Flughafen in Palma de Mallorca darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihr Flug nach München storniert wurde. Eigentlich war geplant, dass die Maschine gegen 12:00 Uhr in München eintreffen sollte. Mittels Chartermaschine organisierte die Airline eine Ersatzmaschine. Allerdings sollten die Fluggäste an ihr eigentliches Bestimmungsziel mit Hilfe von Bussen befördert werden. Die Passagiere entschlossen sich dazu, zwei Tickets für ihren Flug nach München über eine andere Airline zu erwerben. Planmäßig sollte diese Maschine um kurz nach 21:00 in der bayerischen Landeshauptstadt ankommen. Weil keine preiswertere Alternativen zur Verfügung standen, buchten sie ihre zwei Sitzplätze zum Preis von je 781 Euro in der Business Class. Später forderten sie das Luftfahrtunternehmen dazu auf, die angefallen Flugkosten zu übernehmen. Die Airline erklärte sich jedoch nicht dazu bereit, die Rechnung für die zwei Tickets in der Business Class zu erstatten. Deshalb verlangten die Reisenden die Kosten von der Airline klageweise ersetzt. Im Rahmen ihrer Klage wandten sie sich an das Amtsgericht Erding.

Ticketkosten der Business-Class müssen nicht erstattet werden

Am 02.11.2017 entschied das Amtsgericht zu Gunsten der Fluggesellschaft und wies die Klage ab. Hiergegen gingen die Passagiere vor dem Landgericht Landshut in Berufung. Doch auch in zweiter Instanz hatte die Klage der Reisenden keinen Erfolg. Denn die Richter am Landgericht bestätigten das erstinstanzliche Urteil. Den Gerichten nach stehe den Klägern kein Anspruch auf Übernahme der Ticketkosten für die Business Class zu. Denn der beklagten Airline könne keine Verletzung ihrer Pflicht zur Ersatzbeförderung im Sinne von Artikel 8 Absatz 1 b) der Fluggastrechteverordnung (FluggastVO) vorgeworfen werden, so das Gericht.

Vergleichbare Reisebedingungen liegen nicht vor

Nach Ansicht der Richter sei ein Flug in der Economy Class im Sinne der gesetzlichen Vorschrift nicht mit den Reisebedingungen der Business Class vergleichbar. Schließlich würden in Hinblick auf Sitzkomfort sowie Service zahlreiche Unterschiede vorliegen. Darüber hinaus habe bei nur relativ überschaubarer Zusatzwartezeit ein Subcharter zur Verfügung gestanden, der die beiden Reisenden unter zumutbaren Bedingungen nach München hätte befördern können.

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