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Vermüllte Mietwohnung rechtfertigt fristlose Kündigung des Vermieters

Wer in einer Mietwohnung lebt, hat Pflichten zu erfüllen und muss sich an Regeln halten. Generell gilt, dass fremdes Eigentum auch dementsprechend behandelt wird, nämlich sorgsam. Lassen Mieter ihre vier Wände zu einer Müllkippe verkommen, müssen diese mit einer fristlosen Kündigung ihres Vermieters rechnen. So lautet das Urteil des Münchener Amtsgerichts vom 18.07.2018 (Az.: 416 C 5897/18).

Sachverhalt

In dem hier zugrunde liegenden Fall besichtigte die Vermieterin Ende Februar 2018 eine ihrer Mietwohnungen, nachdem sich Nachbarn aufgrund von Wasserschäden und Geruchsbelästigungen beschwert hatten. Die entsprechende Wohnung hatte eine Frau Ende 1996 zum monatlichen Mietpreis von zuletzt 841 Euro kalt angemietet. Im Rahmen der Wohnungsbesichtigung musste die Vermieterin feststellen, wie der Flur mit Schutt, Papier sowie Müll knöcheltief bedeckt war. Auf dem Boden hatte sich derart viel Unrat angesammelt, dass das Schlafzimmer kaum betreten werden konnte. Das Spülbecken war mit schmutzigem Geschirr sowie sonstigen Gegenständen angefüllt und ferner voller Schmutzwasser gelaufen. Die Decke wurde von großen Spinnweben sowie Insektennestern überzogen und in einer Kiste wurden angebrochene Katzenfutterdosen gelagert. Die Arbeitsplatte in der Küche war durchfeuchtet, während aus dem Wasserhahn ein dünner Wasserstrahl fortwährend in das Becken lief. Vermüllt waren ferner auch Küche und Balkon, auf dem sich unzählige Tauben aufhielten. Der Parkettboden war stark durchnässt und wies eingetretene Geldstücke auf. Ein starker, unangenehmer Geruch verschaffte sich Zugang in das Treppenhaus. Nicht zuletzt zeigte sich in der darunterliegenden Wohnung ein Wasserfleck an der Decke. Aufgrund dieser Missstände erklärte die Vermieterin die fristlose, hilfsweise die ordentliche Kündigung. Weil die Mieterin dies nicht akzeptieren wollte, klagte die Vermieterin vor dem Münchener Amtsgericht auf Räumung und Herausgabe der Wohnung.

Vermieterin darf fristlos kündigen

Die zuständige Richterin gab der Klage statt und entschied so zu Gunsten der Vermieterin. Auch unter Abwägung beider Interessen sei die fristlose Kündigung gerechtfertigt gewesen. Für die Mieterin spreche, dass das Mietverhältnis bereits seit vielen Jahren bestehe und sich die Wohnungssuche in München angesichts des angespannten Wohnungsmarktes als äußerst schwierig erweise. Zu Lasten der Mieterin sprechen nach Ansicht des Gerichts der langwierige nachhaltige Vertragsverstoß über einen längeren Zeitraum, die bestehenden Substanzschäden sowie deren Schulduneinsichtigkeit. Zudem erhob die Richterin erhebliche Zweifel daran, dass die Beklagte aus eigener Kraft und eigenverantwortlich in der Lage sei, den beschädigten und vermüllten Zustand der Mietwohnung zu beseitigen.

Nachhaltige Störung des Hausfriedens gegeben

Nicht zuletzt habe die Beklagte durch ihr Verhalten nachhaltig den Hausfrieden gestört. So ist es nicht ausgeschlossen, dass die Vermieterin mit Minderungsansprüchen anderer Mietparteien konfrontiert werde. Auch musste die Vermieterin während des Verfahrens diverse Beleidigungen hinnehmen, zumal ihr Entmietung, Mobbing, hemmungslose Verdrehung von Tatsachen, unseriöses Verhalten und vieles mehr vorgeworfen wurde. Nach Auffassung des Gerichts müsse der Mieterin in Anbetracht der ohnehin seit der Kündigung verstrichenen Zeit keine Räumungsfrist eingeräumt werden. Außerdem könne sie ihr Ferienhaus als Ersatzwohnraum nutzen.

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