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Schimmelschäden nach Überschwemmung nicht von Hausratpolice umfasst

Gelten in der Hausratversicherung Elementargefahren als mitversichert, so fallen auch Schäden durch Überschwemmung unter den Versicherungsschutz. Resultiert aus einem derartigen Ereignis als Folgeschaden jedoch eine Schimmelbildung an Gegenständen, so sind Ansprüche hieraus regelmäßig nicht gedeckt. Denn in einem solchen Fall fehle es an der Unmittelbarkeit zwischen der Überschwemmung und dem Folgeschaden. Dies hat das Dresdner Oberlandesgericht mit Urteil vom 21.11.2017 (Az.: 4 U 1178/17) entschieden.

Sachverhalt

In dem hier zugrunde liegenden Fall kam es zum Streit zwischen einem Versicherten und dessen Hausratversicherer. Grund hierfür war ein Überschwemmungsschaden im Keller des Einfamilienhauses, welches sich zwischen Mai und Herbst 2013 ereignet hatte. Nach eigener Aussage des Versicherungsnehmers, soll sich ein Riss in der Außenhaut des Gebäudes infolge einer Wasseransammlung auf seinem Wohngrundstück gebildet haben. Dadurch konnte Wasser in den Keller eindringen. Dieses habe zu einer erhöhten Feuchtigkeit im Keller und in der Folge zu Schimmelbildung geführt. Hiervon betroffen waren auch diverse Hausratgegenstände. Die Kosten hierfür wollte der Mann von seiner Versicherung erstattet wissen. Der Versicherer lehnte die Schadenregulierung jedoch mit Verweis auf ihre Ausschlüsse in den Versicherungsbedingungen ab. Daraufhin erhob der Mann Klage vor dem Leipziger Landgericht.

Anspruch auf Versicherungsleistung besteht nicht

Das Landgericht entschied zu Gunsten der Versicherungsgesellschaft (Az.: 3 O 719/17) und wies somit die Klage ab. Der Versicherungsnehmer habe gegenüber seinem Hausratversicherer keinen Anspruch auf Kostenübernahme. Mit diesem Beschluss nicht einverstanden, legte der Versicherte Berufung vor dem Dresdner Oberlandesgericht ein. Allerdings ohne Erfolg, da der Kläger auch in zweiter Instanz das Nachsehen hatte. Mit Verweis auf die Allgemeinen Hausratbedingungen des Beklagten, erklärten die Richter, dass der Versicherungsnehmer keinen Anspruch auf Versicherungsschutz besitze. Denn die Versicherungsbedingungen sehen eine Leistung lediglich für den Fall vor, dass die Naturgewalt unmittelbar zum Schaden führe. Hier fehle es nachweislich daran.

Keine Unmittelbarkeit zwischen Überschwemmung und Schimmel

Nach Ansicht des Gerichts habe sich der Schaden an den Hausratgegenständen nicht infolge der Überschwemmung ereignet. Die Unmittelbarkeit der Naturgefahr setze voraus, dass das Naturereignis für den Sachschaden ursächlich sei. Dazwischen dürfe keine weitere Ursache treten. Doch genau dies sei vorliegend geschehen. Die Beschädigung der Gegenstände sei schließlich erst durch den Riss am Haus ermöglicht worden. Nur aufgrund dieses Risses habe das Wasser in das Gebäude eindringen können und zur Schimmelbildung geführt. Deshalb sei die Klage abzuweisen gewesen, so das Oberlandesgericht.
Noch immer gelten Schäden durch Schimmel bei den meisten Versicherern als ausgeschlossen. Hierzu berufen sich die Gesellschaften auf einen Ausschluss, wonach das Eindringen von Schnee, Hagel, Regen oder Schmutz durch nicht ordnungsgemäße Öffnungen, Außentüren sowie Fenster nicht versichert ist. Eine Ausnahme gelte lediglich dann, wenn die Öffnungen durch Hagel oder Sturm entstanden sind.

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