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Ausgefallene Warmwasserversorgung ist unverzüglich wiederherzustellen

Fällt die Versorgung mit Warmwasser aus, so kann der Mieter der Wohnung die Wiederherstellung der Warmwasserversorgung im Wege eines Eilantrages verlangen. Dies gilt im Übrigen selbst im Hochsommer. Eine Pflicht des Wohnungsmieters, eine alternative Wassererwärmungsmöglichkeit zu nutzen, besteht nicht. So lautet das Urteil des Landgerichts Fulda vom 05.01.2018 (Az.: 5 T 200/17).

Sachverhalt

In dem hier strittigen Fall musste die Mieterin einer Wohnung im Juni 2017 feststellen, dass ihr das warme Wasser nicht länger zur Verfügung stand. Dies war darauf zurückzuführen, dass der Heizöltank leer war und das Heizöl seitens der Vermieterin zu spät geordert wurde. Vergeblich versuchte sie daraufhin, ihre Vermieterin zur Wiederherstellung der Versorgung zu veranlassen. Doch trotz etlicher Versuche kam zur Eigentümerin weder telefonisch noch per SMS eine Kontaktaufnahme zustande. In ihrer Mietwohnung hauste die Frau gemeinsam mit ihren beiden Kindern im Alter von 8 und 2 Jahren. Schließlich sah sich die Mieterin gezwungen, beim Amtsgericht Bad Hersfeld einen Eilantrag auf Wiederherstellung der Warmwasserversorgung zu stellen.

Eilantrag wird zurückgewiesen

Die Richter wiesen den Eilantrag zurück. Ihrer Auffassung nach fehle es an einer Eilbedürftigkeit. Ein Anspruch auf Versorgung mit Warmwasser bestehe zwar auch im Hochsommer. Bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren könne es der Mieterin allerdings zugemutet werden, eine anderweitige Wassererwärmungsmöglichkeit zu nutzen, etwa in Form eines Wasserkochers. Ferner habe die Vermieterin nach der Meldung der Mieterin unverzüglich reagiert und Heizöl bestellt. Dies sei der Bewohnerin auch mitgeteilt worden. Einige Tage später sei die Heizung auch wieder eingeschaltet worden. Erhebliche Nachteile durch den Ausfall der Warmwasserversorgung sahen die Richter nicht, weil dieser auf den Hochsommer fiel. Gegen dieses Urteil legte die Frau Beschwerde vor dem Landgericht Fulda ein.

Eilbedürftigkeit der Wiederherstellung der Warmwasserversorgung zu bejahen

Ganz anderer Ansicht das Landgericht, das den Beschluss des Amtsgerichts aufhob und zu Gunsten der Mieterin entschied. Bereits aus gesundheitlichen Gründen sei die Versorgung der Mietwohnung mit Warmwasser dringend und die Eilbedürftigkeit somit gerechtfertigt. Im Hochsommer gelte dies gleichermaßen. Vor allem in dieser Jahreszeit habe die Versorgung mit Warmwasser für die Körperhygiene eine erhebliche Bedeutung. Dies gelte umso mehr, wenn im Haushalt noch zwei kleine Kinder wohnen. Der Mieterin könne es nicht zugemutet werden, wegen einer bloßen Nachlässigkeit der Vermieterin über mehrere Wochen ohne warmes Wasser auskommen zu müssen. Vielmehr sei es erforderlich, dass sich die Vermieterin frühzeitig darum kümmert, die Brennstoffvorräte aufzufüllen. Die Mieterin könne zudem auch nicht auf alternative Möglichkeiten zur Wassererwärmung verwiesen werden. Es liegt hier auch kein Ausfall der Heizung vor, der in dieser Jahreszeit durchaus hingenommen werden könne.

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