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Finanzamt verweigert Anerkennung von Verlusten im Rahmen eines Optionsgeschäfts

Verluste aus wertlos gewordenen Forderungen im Zusammenhang mit einem Termingeschäft sind als negative Einkünfte aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen. Dies gilt auch, wenn dem eine verfallene Call-Option zugrunde liegt. Mit Urteil vom 26.02.2014 (Az.: 7 K 2180/13 E) hat das Düsseldorfer Finanzgericht das Finanzamt dazu verpflichtet, solche negativen Einkünfte aus Kapitalvermögen bei der Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen.

Sachverhalt

In dem zugrunde liegenden Fall erwarb eine Anlegerin im Jahr 2011 sogenannte Call-Optionsscheine einer Bank. Diese wurden allerdings noch im selben Jahr als wertlos aus dem Depot ausgebucht. Zusätzlich wurden ihr Gebühren von jeweils 30 Euro in Rechnung gestellt. Den hierbei entstandenen Verlust machte sie als negative Einkünfte aus Kapitalvermögen in ihrer Einkommensteuererklärung geltend. Nachdem jedoch das Finanzamt die Anerkennung versagte, klagte sie vor dem Düsseldorfer Finanzgericht. Zur steuerlichen Berücksichtigung wertlos gewordener Optionen hatte der Bundesfinanzhof im Zusammenhang mit der Unternehmenssteuerreform 2008 klar gestellt, dass solche Aufwendungen bei der Ermittlung der Einkünfte aus Termingeschäften als Werbungskosten berücksichtigt werden können. Beschlossen wurde die Absetzbarkeit von Optionsprämien durch den Bundesfinanzhof mit Urteil vom 26.09.2012 (Az.: IX R 50/09). Dieses Urteil wird jedoch durch die Finanzverwaltung für die Jahre ab 2009 nicht angewandt.

Steuerbare Gewinne aus Termingeschäften umfassen auch Erträge aus Optionsscheinen

Das Finanzgericht gab der Klage statt und führte zur Begründung aus, dass Gewinne aus Optionsscheinen ebenfalls zu den steuerbaren Gewinnen aus Termingeschäften zählen, durch welche steuerpflichtige Personen einen Differenzausgleich erlangen. Hiervon umfasst seien auch Call-Optionen, bei denen der Anleger gegen Zahlung eines Entgelts das Recht erhält, zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Verkäufer der Option eine bestimmte Menge eines Gutes zu einem im Voraus vereinbarten Preis (Basis) zu erwerben. Beendet werde dieses Recht im Falle eines Differenzausgleichs.

Optionsprämien können als Werbungskosten in Abzug gebracht werden

Die Nichtausübung einer Option und in der Folge die wertlose Ausbuchung durch die Bank führt zwar dazu, dass das Termingeschäft ohne Differenzausgleich im Basisgeschäft verbleibt. Weil jedoch auch eine positive Differenz steuerliche Berücksichtigung finden würde, müsse dies laut Gericht im Hinblick auf das Gleichbehandlungsgebot auch dann der Fall sein, wenn eine wirtschaftlich wertlose Option nicht ausgeübt werde. Demzufolge seien Optionsprämien sehr wohl als Werbekosten abzugsfähig. Das Gesetz besteuere den Steuerpflichtigen nach dem Grundsatz der Leistungsfähigkeit und verlange diesem kein wirtschaftlich sinnloses Verhalten - durch den Verkauf der wertlosen Optionsscheine - ab. Denn in bestimmten Fällen ist es wirtschaftlich angeraten, eine Option nicht auszuüben, da man sich dadurch etwa zu teuer einkaufen würde. Das Tatbestandsmerkmal der anzuwendenden Norm werde vielmehr im Zeitpunkt des Verfalls verwirklicht. Ungeachtet der Durchführung eines Differenzausgleichs, werde diese Leistungsfähigkeit durch die aufgewandten Optionsprämien gemindert.

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