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Fitnessverträge: Unzulässige Klauseln

Die Betreiber von Fitnesscentern zeichnen sich oftmals durch ein hohes Maß an Kreativität aus, wenn es darum geht, die Nutzer Ihrer Sportanlagen durch AGB Klauseln an Ihre Verträge zu binden. Folgende Klauseln müssen Sie nicht hinnehmen.

Haftung

Beispiele

Benutzung der Fitnessgeräte auf eigene Gefahr.

Die Haftung für mitgebrachte Sachen ist ausgeschlossen.

Für minderjährige Nichtmitglieder trägt die jeweilige Begleitperson eigens die Haftung.

Der Haftung haftet für selbstverschuldete Unfälle selbst.

Der Kunde bestätigt, in guter körperlicher Verfassung zu sein.

Servicepauschalen

Servicepauschalen, die nicht erkennen lassen, welche Leistungen damit abgegolten werden, sind im Allgemeinen in Fitnessverträgen nicht zulässig (LG Münster, Beschluss vom 22.02.2011, Az. 06 T 48/10; LG Duisburg, Urteil vom 08.04.2011, Az. 7 S 193/10)

Beispiel

Jeweils zum 1. eines Quartals wird eine Servicepauschale für die Bereitstellung von Instruktoren, Trainern und Behandlungspersonal von nur x € abgebucht. Dadurch wird die hohe Qualität der Betreuung gewährleistet.

Dies gilt insbesondere dann, wenn gleichzeitig eine nicht näher bestimmte Betreibergebühr in Rechnung gestellt wird. Hierin ist ein Verstoß gegen das in § 307 BGB normierte Transparenzgebot zu erblicken, da aufgrund der Klausel unklar bleibt, wofür die Pauschale erhoben wird.

Verbot des Verzehrs mitgebrachter Speisen

Diese Klausel ist unangemessen im Sinne des § 307 BGB und zudem auch überraschend. Der Interesse der Sportler an der Erhaltung und Verbesserung Ihrer Gesundheit, etwa durch ausreichende Hydration während des Training, überwiegt das Interesse des Verwenders in Bezug auf den Schutz der hauseigenen Gastronomie (ebenso etwa OLG Brandenburg, Urteil vom 25.06.2003, Az. 7 U 36/03).

Beispiel

Der Verzehr von mitgebrachten Getränken ist nicht gestattet.

 

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