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Werbeanrufe: Aktuelle Warnung!

Werbeanrufe, obgleich längst verboten, gibt es nach wie vor, Reisen zum Nulltarif werden ebenso versprochen, wie Inkassodrohungen und Rechnungen für sinnlose oder nie bestellte Dienste verschickt werden. Der Verbraucherschutzverein gegen unlauteren Wettbewerb e.V. stellt alljährlich eine "Hitliste" der dreistesten Betrugsmaschen zusammen.

 

Die Gutschein-Aktion

Gutscheine sind begehrt. Das ist wahr, nahezu jedes Unternehmen bietet sie an, um im Konkurrenzkampf nicht unterzugehen. Sie eignen sich auch gut zum Betrügen, da sie doch so alltäglich verteilt werden. Verbunden mit einem unerlaubten Werbeanruf (seit August 2009 verboten) wurde ein Aral-Tankgutschein für 10 Euro versprochen, wenn der Angerufene eine kostenlose 0800-er Nummer zurückruft. Auf dieser Nummer wurde er per Bandansage aufgefordert, am eigenen Telefon zwei Tasten zu drücken, mit denen er angeblich den Tankgutschein aktiviert, in Wahrheit sich jedoch bei einem Gewinnspieleintragsdienst anmeldete. Dieser zog Woche für Woche über die Telefonrechnung 9,90 Euro ein, bis die Bundesnetzagentur den Telefonbetreibern (also Telekom & Co.) die Rechnungsstellung untersagte. Dass diese überhaupt mit derart unseriösen, betrügerischen Unternehmen Geschäfte machen, darf verwundern, ist jedoch kein Einzelfall. Auch mit Kosmetikgutscheinen funktioniert die Masche, ebenso wurde - diesmal im Gespräch - der Eintrag auf der Gewinnspielseite beiläufig erwähnt. Angeblich für eine bessere Kosmetikauswahl wurden dann Adresse und Geburtsdatum der angerufenen Person erfragt - das genügte, um auf der Gewinnspielseite angemeldet zu werden. Es gab sogar den Gutschein, gleichzeitig zogen windienst.net, win-finder.com oder oder gluecksfinder.net wöchentlich den ominösen Betrag von 9,90 Euro ein. Wieder schritt die Bundesnetzagentur ein. Die Firma hinter dem System war übrigens eine telomax GmbH. Dabei ist allein schon der Werbeanruf, mit dem das System regelmäßig gestartet wird, mit bis zu 50.000 Euro strafbewehrt (§ 7 Absatz 2 Nr. 2 UWG).

Handschriftlich und tabulos

In Berlin riefen Betrüger nicht an, sondern verteilten handschriftliche Zettel, die sich unter Scheibenwischern und in Briefkästen fanden. Dort wurde um "dringenden" Rückruf gebeten, der jedoch zu einem Finanzdienstleister führte. Dieser verwickelte die "Interessenten" in Gespräche mit dem Ziel, einen Beratungstermin zu vereinbaren. Auch Anrufbeantworter werden genutzt, auf denen zu hören war, dass man leider ein Paket nicht zustellen konnte. Es wurde um Rückruf gebeten, dieser führte zu einer Dame, die von einem "tabulosen Service" säuselte, der diesen Monat nicht mehr als 80 Euro kosten würde. Sollte der verdutzte Herr in diesem Zusammenhang seine Adresse hinterlassen, bekommt er eine Rechnung, und zwar für nichts.

Auch die Methode mit den amtlich wirkenden Schreiben (auf dem grauen Papier, dass auch das liebe Finanzamt gern verwendet) funktioniert nach wie vor. Versehen mit einem Stadtwappen und einem sehr offiziell wirkenden Logo fordert eine "Deutsche Telekommunikationsgesellschaft" die Empfänger auf, umgehend 94,30 Euro zu überweisen, und zwar - ein bisschen Spaß muss sein - auf ein Konto der Deutschen Skatbank (gibt es wirklich, und hat tatsächlich mit den Altenburger Skatkarten zu tun). Was, wenn nicht? - Tja, dann könnte eventuell der Telefonanschluss gesperrt werden. Wer wohl auf so etwas hereinfällt.

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